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AfD-Antrag zum Igelschutz: Schaufensterpolitik auf der falschen BĂŒhne

ZustĂ€ndig ist der Kreis Soest – nicht der Stadtrat. Und: Die GRÜNEN haben das dort bereits beantragt.

Werl. – Die AfD-Fraktion stellt in der Ratssitzung am Donnerstag einen Antrag zum Schutz von Igeln vor MĂ€hrobotern. Das Anliegen ist grundsĂ€tzlich richtig – doch der Antrag landet am falschen Ort. FĂŒr den Schutz wildlebender Tiere nach dem Bundesnaturschutzgesetz ist nicht der Stadtrat zustĂ€ndig, sondern der Kreis Soest als untere Naturschutzbehörde. Dort haben die GRÜNEN einen entsprechenden Antrag bereits letztes Jahr gestellt – und wurden ĂŒberstimmt.

Rechtliche Einordnung

Nach § 3 Abs. 2 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) ĂŒberwachen die zustĂ€ndigen Naturschutzbehörden die Einhaltung der Schutzvorschriften und treffen die erforderlichen Maßnahmen. ZustĂ€ndige Behörde ist nach § 2 Abs. 1 Nr. 3 Landesnaturschutzgesetz NRW (LNatSchG) fĂŒr Kommunen wie Werl der Kreis Soest als untere Naturschutzbehörde – nicht der Stadtrat. Ein Ratsbeschluss entfaltet hier keine unmittelbare Rechtswirkung.

 

„Die AfD inszeniert sich als Tierretter – auf einer BĂŒhne, auf der sie hier gar nicht spielen darf“, sagt Zahedi, Fraktionsvorsitzender der GRÜNEN. „Wir haben dieses Thema bereits auf der richtigen Ebene vorangetrieben: im Kreistag Soest. Wir wurden ĂŒberstimmt. Was die AfD jetzt im Stadtrat veranstaltet, ist politisches Theater.“

„Wir setzen uns fĂŒr Wildtierschutz ein – aber dort, wo Entscheidungen getroffen werden, und nicht dort, wo die AfD gerade Aufmerksamkeit sucht“, ergĂ€nzt OV-Sprecherin Rittinghaus.

Der Widerspruch auf anderen Ebenen

Besonders auffĂ€llig: Die AfD wirbt lokal fĂŒr Igelschutz, hat aber auf jeder anderen politischen Ebene konsequent gegen Naturschutz gestimmt:

  • EU: Abstimmung gegen das EU-Renaturierungsgesetz (2023/2024), das die Wiederherstellung zerstörter WĂ€lder, Moore und FlĂŒsse europaweit verpflichtend vorschreibt. Das Gesetz wurde mit nur 329 zu 275 Stimmen gerettet – die AfD war auf der Seite der 275.
  • Bund: Ablehnung des Insektenschutzgesetzes (2021) im Bundestag. Gleichzeitig beantragte die AfD, das Aktionsprogramm Insektenschutz gar nicht erst umzusetzen. Da Igel sich hauptsĂ€chlich von Insekten ernĂ€hren, ist das mehr als ein Widerspruch.
  • NRW: Ablehnung der Volksinitiative Artenvielfalt NRW im Landtag (November 2021), obwohl 115.000 BĂŒrgerinnen und BĂŒrger sie unterstĂŒtzt hatten – getragen von NABU, BUND und LNU. Die Initiative forderte ausdrĂŒcklich: Artenschutz in der Stadt, Biotopverbund, Insektenschutz.

"Wer auf jeder anderen Ebene gegen Naturschutz stimmt und sich lokal als dessen FĂŒrsprecher aufspielt, agiert unglaubwĂŒrdig“, so Rittinghaus.

Zur Klarheit: GRÜNE stimmen nicht mit der AfD

Die GRÜNE Fraktion Werl stimmt grundsĂ€tzlich keinen AntrĂ€gen der AfD zu – unabhĂ€ngig vom Inhalt. „Wir haben eine politische Verantwortung“, sagt Ratsmitglied und OV-Sprecherin Lehmpfuhl. „Wer mit einer Partei gemeinsam abstimmt, die als rechtsextremistischer Verdachtsfall eingestuft ist, verleiht ihr demokratische NormalitĂ€t – und gefĂ€hrdet damit unsere Demokratie. Diese Linie ist nicht verhandelbar. Unsere historische Erinnerung funktioniert noch“, so das GRÜNE Ratsmitglied Lehmpfuhl.

Fotokredit: Alexas_Fotos (PIXABAY)

Gartenschild-Aktion - drei neue BĂ€ume fĂŒr Werl

Vor ungefĂ€hr zwei Jahren haben wir das wunderschöne Gartenschild der Werler KĂŒnstlrin Anna KĂ€se in Auftrag gegeben. Es ist fĂŒr Menschen, die fĂŒr mehr Natur im Garten ein Zeichen setzen wollen. Dieses Schild bekommt man ĂŒber Anna KĂ€se im KĂ€seeck gegenĂŒber der Stadtinfo, im Bioladen Lienhart und natĂŒrlich bei uns gegen eine kleine Spende. 

Wenn auf diese Weise die GĂ€rten bunter werden und einige Spenden eingegangen sind, sprenden wir das Geld wieder fĂŒr einen Baum im öffentlichen Raum. So wollen wir alle zusammen in kleinen Schritten der Natur mehr Raum geben. In diesem FrĂŒhjahr wurden aus den Spenden drei neue Schattenspender im Werler Buchgeisterstadion "eingeweiht".

Jahreshauptversammlung 2026 - ein RĂŒckblick

Auf unserer Jahreshauptversammlung kamen viele von uns zusammen. Der Kassenbericht durch unseren Kassierer Alfons Nabers zeigte, dass wir transparent und zielorientiert mit unseren Aufgaben umgehen. Katharina stellte zudem unsere AktivitĂ€ten aus dem letzten Jahr vor: 

  • die Baumpflanzungen aus unserer Gartenschildaktion
  • das Stadtradeln
  • unsere drei öffentlichen Veranstaltungen: Lamya Kaddor zum Thema Vielfalt, Comedian Sebastian 23 und Sigrid Tinz zum Thema Naturgarten

Christian fĂŒhrte nochmal unser Engagement zu den beiden Wahlen auf. Es folgten die Wahlen des neuen Vorstandes. 

Unser neuer gewÀhlter Vorstand

Wir haben bei der Jahreshauptversammlung den Vorstand des OV der Werler GrĂŒnen gewĂ€hlt. Von links nach rechts:

Alfons Nabers (Kassierer)

Christian Zahedi (Fraktionsvorsitzender)

Jana Schwarze (Beisitzerin)

Katharina Rittinghaus (OV-Sprecherin)

Susanne Lehmpfuhl (OV-Sprecherin)

Jakob Halekotte (Beisitzer)

Karl Kopack-Bartuseck (Beisitzer)

 

Verleihung des Werler Umweltpreises 2025

Herzlichen GlĂŒckwunsch an alle PreistrĂ€ger*innen des Umwelt- und Jugendumweltpreises 2025 der Stadt Werl: Werler Klimatreff, Walburgis- und Norbertschule, Ursulinengymnasium und -realschule. Mit kreativen Projekten zeigt ihr, wie vielfĂ€ltig und wirkungsvoll Einsatz fĂŒr Nachhaltigkeit vor Ort sein kann. Dieser Preis macht deutlich, wie wichtig gemeinsames Engagement fĂŒr den Schutz unserer Umwelt und die Zukunft kommender Generationen ist.

Überreicht wurde der Jugendumweltpreis fĂŒr das Ursulinengymnasium von Jakob Halekotte, BĂŒndnis 90/ Die GrĂŒnen. In seiner Laudatio wĂŒrdigt er das Engagement der SchĂŒler*innen, die mit ihrem kreativen Projekt eindringlich zeigen, dass Umweltschutz eine gemeinsame Verantwortung ist und schon durch bewusstes Handeln im Alltag konkrete VerĂ€nderung möglich wird:

 

Liebe SchĂŒler*innen der Klasse 7a des Ursulinengymnasiums,

Es ist mir eine große Freude, heute hier zu stehen und euch zu einem Projekt gratulieren zu dĂŒrfen, das genau das verkörpert, was ich mir fĂŒr unser aller Zukunft wĂŒnsche: KreativitĂ€t, Verantwortung und den Mut, Dinge zu verĂ€ndern.
Aber ihr habt nicht nur ein Projekt gemacht. Ihr habt eine Botschaft formuliert. Und zwar auf eine Weise, die hĂ€ngen bleibt – im Kopf und im Herzen. Euer Song beginnt mit den Worten: „Sauberes Wasser, klare Zukunft im Blick – wir schĂŒtzen die FlĂŒsse, sonst kehrt nichts zurĂŒck.“ Das ist kein komplizierter wissenschaftlicher Zusammenhang. Das ist eine ganz einfache Wahrheit. Und genau das ist der Punkt, an dem wir Erwachsenen uns manchmal ertappt fĂŒhlen sollten.
Warum braucht es immer wieder die Jugend, die uns an das Offensichtliche erinnert und uns den Spiegel unserer gesellschaftlichen VersĂ€umnisse vorhĂ€lt, ganz direkt und – in eurem Fall - zugleich bemerkenswert stilvoll.

Vielleicht, weil ihr den Mut habt, klar zu sagen, was ist.
Vielleicht, weil ihr noch nicht gelernt habt, Probleme kleinzureden oder wegzuschieben.
Und vielleicht auch, weil ihr spĂŒrt, dass es um eure Zukunft geht – nicht irgendwann, nicht irgendwo, sondern jetzt und hier.
Denn wenn ihr singt: „Wir alle sind schuld, wenn der MĂŒll einfach bleibt“, dann ist das kein Vorwurf – sondern ein Weckruf. An uns alle.

Und genau das ist der Kern dieses Umweltpreises der Stadt Werl: Zu verstehen, dass Umweltschutz nicht irgendwo „da draußen“ passiert. Sondern hier. Bei uns. In unserem Alltag.

In der Ausschreibung heißt es, dass es darum geht, die Lebensgrundlagen von Pflanzen, Tieren – und selbstverstĂ€ndlich auch von uns Menschen – zu schĂŒtzen. Ich möchte das daher an dieser Stelle noch einmal ganz deutlich sagen: Umweltschutz ist keine grĂŒne Ideologie, sondern eine grundlegende Verantwortung einer Gesellschaft. Umweltschutz ist Menschenschutz. Ihr habt das erkannt. Und wir alle sollten uns hĂ€ufiger daran erinnern:

Wenn wir unsere FlĂŒsse sauber halten, schĂŒtzen wir unser Trinkwasser.
Wenn wir Ressourcen schonen, sichern wir Lebensgrundlagen.
Wenn wir verantwortungsvoll handeln, geben wir kommenden Generationen eine Chance auf ein gutes Leben.

Oder, um es mit euren Worten zu sagen: „Unsere Umwelt zĂ€hlt und wir sagen okay.“ Aber ihr seid noch einen Schritt weiter gegangen. Ihr habt nicht nur gesungen. Ihr habt gehandelt. Eure Kleiderbörse ist ein wunderbares Beispiel dafĂŒr, wie aus Bewusstsein konkrete VerĂ€nderung wird. WĂ€hrend in der Welt der sogenannten „Fast Fashion“ Kleidung oft nur noch kurz getragen und schnell weggeworfen wird, habt ihr ein Zeichen dagegen gesetzt: Das ist gelebte Nachhaltigkeit. Das ist Ressourcenschonung. Und das ist SolidaritĂ€t. Oder, um es in eurem Sinne zu sagen: „Kleiner Einsatz bringt VerĂ€nderung herbei.“

Genau diese Verbindung macht euer Projekt so besonders: Ihr verbindet Kunst und Aktion. GefĂŒhl und Verantwortung. Musik und konkretes Handeln. Denn Musik war schon immer mehr als Unterhaltung - Musik ist Protest. Musik ist Ausdruck. Musik kann Menschen erreichen, bewegen und verĂ€ndern. Genau diese Kraft nutzt ihr mit eurem Song. Wenn ihr singt: „Wir wollen Aktion, wir wollen Gesicht“,
dann zeigt ihr: Ihr seid bereit, Verantwortung zu ĂŒbernehmen. Und ihr seid nicht nur bereit dazu. Ihr macht das auch. Das ist der Grund, warum wir euch heute feiern.

Denn die Herausforderungen unserer Zeit sind groß. Klimawandel, Umweltverschmutzung, Ressourcenknappheit – das sind keine kleinen Aufgaben. Aber eure Antwort darauf ist ebenso klar wie stark: Nicht abwarten. Nicht resignieren. Sondern handeln. Und ihr zeigt uns allen: Es geht.
Es geht, wenn man anfÀngt.
Es geht, wenn man gemeinsam arbeitet.
Und es geht, wenn man den Mut hat, laut zu werden.

Am Ende eures Songs heißt es:
„Denn wer heute was tut, der bestimmt, was geschieht – fĂŒr ’ne Zukunft, die sauber ist, vergiss das nie.“ Ich glaube, treffender kann man es nicht sagen.

Liebe SchĂŒler*innen der Klasse 7a,
Ihr seid ein Vorbild – nicht nur fĂŒr andere Schulen, sondern fĂŒr uns alle.
Ihr erinnert uns daran, dass VerÀnderung möglich ist.
Dass Verantwortung bei jedem Einzelnen beginnt.
Und dass Engagement Spaß machen kann.

Im Namen der Jury, gratuliere ich euch ganz herzlich zu diesem wohlverdienten Preis in Form von ebenfalls 250 €.

Bleibt laut.
Bleibt kreativ.
Und vor allem: Bleibt dran.

Herzlichen GlĂŒckwunsch!